Hinweise für die Textanalyse
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Ziel:
- genaues Lesen, besseres Verstehen, besseres Beurteilen von Texten
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Prinzipien:
- Sie schreiben eine Textanalyse für einen Leser, der den Text nicht kennt, ihn aber anhand Ihrer Aussagen gedanklich nachvollziehen soll.
- Sie müssen die Textquantität, die inhaltliche Textqualität und die sprachliche und formale Textqualität zum Analysegegenstand machen.
- Sie müssen Wertungen zum Textinhalt unbedingt vermeiden, es sei denn, diese sind durch eine zusätzliche Aufgabenstellung gefordert.
- Sie werden dem Text nur gerecht, wenn Sie die Textart, die Textfunktion, den Textcharakter, das Textthema und die kommunikativen Aspekte des Textes erfassen.
- Sie müssen die Hauptaussage/ Textbotschaft/ Textintention - als Höherpunkt der Analyse - am Ende des Hauptteils inhaltlich und sprachlich exakt formulieren.
- Sie müssen am Text und mit dem Text (Zitate) arbeiten
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Arbeitsschritte (nach mehrmaligem Lesen mit anschließendem Klären der Verständnisschwierigkeiten):
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Einleitung (Überblicksinformation)
- Textart ( Kommentar / Glosse)
- Quelle (Autor, Titel, Erscheinungsort, -datum, Textart)
- Thema / Gegenstand
- Äußere Gliederung / Innere Gliederung
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Hauptteil
- Form (z. B. Textlänge, äußere und innere Textgliederung, Satzbau)
- Sprache (z.B.. Stil, Wortwahl, rhetorische Figuren)
- Inhalt (Überschrift, strukturierte Inhaltswiedergabe)
- Textintention (als Höhepunkt der Analyse)
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Schluss
- Textmerkmale
- Kommunikationssituation (Empfänger, Sender, Situation)
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Einleitung (Überblicksinformation)
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Häufige Aufgabenstellungen:
- Geben Sie eine Überblicksinformation.
- Erarbeiten Sie eine strukturierte Inhaltswiedergabe.
- Geben Sie den Gedankengang des Autors wieder.
- Analysieren Sie die Argumentationsstruktur des Textes.
- Analysieren Sie die sprachlichen und formalen Mittel und ihre Wirkung.
- Analysieren Sie die Kommunikationssituation.
- Charakterisieren Sie die Textart.
- Formulieren Sie die Hauptaussage(n) des Textes
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Arten von Hauptaussagen:
- explizit: im Text ausformuliert
- implizit: im Text verschlüsselt (verborgen); muss aus den Teilaussagen erschlossen werden
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Argumentationsstruktur:
- induktiv: vom Einzelnen zum Allgemeinen.
- deduktiv: vom Allgemeinen zum Einzelnen
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Funktionen einzelner Textabschnitte:
- einleitend, problemeinführend, hinführend zu neuen Aspekten, die vorherige Aussage einschränkend/ bekräftigend/ abschwächend, schlussfolgernd, den Gedanken weiterführend/ zusammenfassend/ bilanzierend, die Argumentation abschließend
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Begriffe zur Wiedergabe der Argumentationsstruktur:
- Fakten / Statistik
- Meinung (subjektive Stellungnahme)
- These (begründbare Behauptung)
- Argument (Begründung zur Unterstützung einer These) Beweis (belegbarer Tatbestand)
- Folgerung (logisch notwendig weiterführender Gedankengang) Beispiel (Veranschaulichung des Arguments)
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Wichtige rhetorische Figuren:
- Anapher: Wiederholung eines oder mehrerer Wörter an Satzanfängen
- Ellipse: unvollständiger Satz
- Ironie: Gegenteil von Gesagtem ist gemeint
- Klimax: dreigliedrige Steigerung
- Personifikation: Vermenschlichung
- Symbol: Sinnbild
- Neologismus: Wortneubildung
- Rhetorische Frage: scheinbare Frage, bei der jeder die Antwort kennt
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Inhaltswiedergabe:
- Absicht: sachliches Informieren
- Inhalt: Wiedergabe des Wesentlichen mit eigenen Worten (Originaltreue)
- Umfang: ausgerichtet an Gegenstand, Absicht, Empfängersituation
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sprachliche Merkmale:
- Satzbau: einfache Hauptsätze, Satzverbindungen u. Satzgefüge
- Wortwahl: dem Inhalt entsprechende Ausdrücke (eigener Wortschatz)
- Zeitform: Präsens
- Redeform: keine Verwendung von wörtlicher Rede, -Textfunktion: darstellen